Lieber Herr Nielsen, Wieder einmal ist's Zeit Sie brieflich zu belästigen. Die Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten vergehen so schnell, atemberaubend auch nur daran zu denken. Aber Ihrer beständigen Anwesenheit in Heidelberg bleibe ich mir bewusst, wenngleich ich nicht so regelmäßig von mir lesen lasse wie "einst." - Oder doch, wenn Sie die Sonetten die fast Tag für Tag aus dem Gemüt in den Rechner kullern als an Sie gerichtet betrachten, was gewissermaßen dann auch der Fall ist. http://home.earthlink.net/~ej4meyer/20151120_Sonnets01.pdf Ob diese spielerischen Ergüsse des Lesens wert wären, bezweifle ich; dass aber des Schreibens wert, dessen bin ich zuversichtlich, denn in diesen ungelenken Übungen gießt sich mein Denken und Fühlen aus. Mehr ist nicht da; weiteres gibt es nicht. Das Wetter läßt zu wünschen nichts übrig. Der Himmel blau und unbewölkt, Die Sonne warm, aber die Nächte kühl. Am Vogelfutterhäuschen, viele bunte Gäste, auch große graue Tauben, "mourning doves" geheißen wegen ihres trauervollen Rufens. Die Sonnenblumensamen munden auch Ziesel und Eich- hörnchen. Spät nachmittags erscheint ein majestätisch weißes, schwarz gestreiftes Stinktier um die zuboden gefallenen Reste aufzuschnuppern. Glücklicherweise hat eine olfaktorische Begegnung (noch) nicht stattgefunden. Am kommenden Sonnabend fahre ich zum nicht so übermäßig benachbarten, 280 Km entfernten Flughafen in Charlotte, North Carolina, um meinen Sohn Klemens, der mich 4 Tage besuchen wird, in Empfang zu nehmen. Wir fahren dann am 29. Juni zusammen im Auto nach Belmont zurück. Ich hoffe sehr, später im Sommer weitere Gelegenheit zu schaffen, einige Wochen, vielleicht sogar Monate, nach Konnarock zurückzukehren. Inzwischen Ihnen und Ihrer Frau, herzliche Grüße aus diesen sommerlichen Bergen. Jochen Meyer